Titelaspirant Vesalia Oberwesel schien fast geschlagen…


Der Coach der gastgebenden Bremmer sollte unrecht behalten, als er die Oberweseler Gäste im Vorbericht als „schlagbar“ bezeichnete. Zu sehr wurden seine Schützlinge als anfällig, unterlegen und dezimiert dargestellt. Heimische Zuschauer berichten gar von einem „Klassenunterschied“!

Die erste Halbzeit spiegelte sich als Oberweseler Offensivfeuerwerk wieder, auch wenn der Gastgeber von der Mosel die entscheidenden Situationen für sich entschied. Die Gäste vom Rhein dominierten das Spiel von der ersten bis zur letzten Minute deutlich.

Erfreulich war, dass der schmerzlich vermisste Rechtsaußen Dennis Burger zumindest als Zuschauer die Vesalen nach vorne peitschte und nicht alleine für lautstarke Unterstützung sorgte. Spielerische Höhepunkt blieben innerhalb der Anfangsphase Mangelware. Erst nach ca. 20 Minuten konnten die Gastgeber einen Eckball zum glücklichen 1:0 verwerten. Die Vesalen schienen geschockt und sollten für ihren beitragenden Offensivfußball  bestraft werden. Ca. 10 Minuten später köpfte ein Bremmer  nach einem Eckball überraschend das  2:0 und der Tabellenvierte aus Oberwesel schien vorerst geschlagen. Das Spiel plätscherte bis zur Halbzeitpause vor sich und die favorisierten Gäste schienen durchaus beeindruckt vom Offensivfußball der Moselaner.

Nach einer gewaschenen Halbzeitpredig von Gäste-Coach Patrik Welches rüttelte dieser augenscheinlich seine Mannschaft wach und verlangte eine Antwort seiner Elf.

Hier und jetzt wurde ein Riese geweckt!

Es überschlugen sich die Ereignisse…Die Ansprache sollte fruchten und nur 3 Minuten nach der Halbzeit vollstreckte Christoph Braun einen Zuckerpass von Patrik Welches zum 2:1 ins kurze Eck. Spätestens nun diregierten die Vesalen das Geschehen und drängten auf den Ausgleich. Einbahnstraßen-Fussball lautete die Devise! Nur 3 Minuten nach dem Ausgleich erzielte „Brauni“ nach einem Abstimmungstreffer der Heimelf den Ausgleichstreffer aus 20 m ins lange Eck. Wahsinns-Tor – Wahsinns-Fussball!

Die Vesalen wurden nun ihrer Favoritenrolle vollends gerecht und spielten bezirksligareifen Fussball in Halbzeit 2. Eine Passstafette wurde vom Vesalen-Chef Lennart Schuck mustergültig verwandelt. Sein „Tor des Monats“ zimmerte er aus ca. 25 m in den linken Giebel. Das Spiel schien zugunsten der Gäste gedreht.

Der Gastgeber wollte sich allerdings nicht geschlagen geben und spielte munter mit. Wenn auch nur durch Standardsituationen wusste man auf sich aufmerksam zu machen. So sorgte ein 50 m Freistoß für Gefahr im Vesalen-16-ner.  Per Abstauber in der 65. erzielten die Gastgeber den überraschenden 3:3 Ausgleichstreffer. Wer Oberwesel als „geschlagen“ betitelte wurde allerdings enttäuscht. Die Oberweseler Offensivabteilung lies sich nicht beirren und dränge unnachgiebig auf den Siegtreffer. Folglich war es Top-Torjäger Marc Schneider, der nach 70. Minuten seinen Gegenspieler vernaschte und per Schlenzer überlegt ins lange Ecke einschob. Die Partie war nunmehr entschieden und nach 85 Min. markierte der eingewechselte Stürmer Mario Herberich aus 16 m zum vorentscheidenden 5:3.

Oberwesel gewinnt somit ein weiteres beeindruckendes Spiel und demonstriert, dass es auch problemlos im „Konzert der Großen“ mitspielen kann.

Die Vesalen marschieren und freuen sich auf ein zahlreiche besuchtes Derby gegen den Nachbarn aus Niederburg!

Nach dem Spiel wurde noch das Oktoberfest in Mörsdorf besucht, wo die Mannschaft noch die letzten zwei Lieder des grandiosen Musikensembles aus Sevenich verfolgte und das ein oder andere Maß Bier trank.

Bericht: Christoph Braun

Bremm: Görres – Pauli, Fehlberg, Thiesen, Braun (56. Martel), Seiler, Berg (86. Probst), J. Schmitz, Weirich (3. Krötz), Dohle, Liel.

Oberwesel: Höhn – Welches, Carbach, Lieber, Fahning, Lahnert, Schuck, Clemens (85. Bakr), Vogel (69. Gödert), Braun, Schneider (77. Herberich).

Tore: 1:0, 2:0 Krötz (14., 36.), 2:1, 2:2 Braun (47., 48.), 2:3 Schuck (57.), 3:3 Berg (61.), 3:4 Schneider (62.), 3:5 Herberich (84.).

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RZ-Bericht: SG Bremm –  SV Oberwesel 3:5 (2:0)


Auch in Bremm gingen die Spielbewertungen der beiden Trainer deutlich auseinander. Bremms Coach Jürgen Mesenich war trotz der Niederlage voll des Lobes für seine Mannschaft, sah das beste Saisonspiel und eine unglückliche Niederlage. Oberwesel indes hatte seiner Meinung nach das Glück bei den Toren gepachtet. „Zwei Tore waren absolute Glücksschüsse“, so Mesenich. Oberwesels Trainer Patrik Welches sah das vollkommen anders: „Wir haben alle Tore schön rausgespielt.“ Lediglich im Hinblick auf die erste Hälfte herrschte teilweise Einigkeit. „Da haben wir es nur mit langen Bällen versucht und sind in zwei Konter gelaufen“, monierte Welches. Mesenich: „Da waren wir besser.“ Doch auch nach der Pause sah er sein Team nicht schlechter. „Wenn man unten steht, fehlt einfach das nötige Glück.“

Quelle: Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Montag, 25. Oktober 2010, Seite 25

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5 Responses zu “SG Bremm – SV Oberwesel 3:5 (2:0)”

  1. Eike sagt:

    moin, wie ich da mal gespielt hab war das nochn hartplatz,) aber klasse spiel! lt. Bericht

  2. Neutraler Zuschauer sagt:

    da wurde wohl ein bericht durch die vereinsbrille geschrieben!

    • Capitano sagt:

      Naja, der Bericht ist zwar meilenweit vom tatsächlichen Spielgeschehen entfernt aber im Vergleich zu den Äußerungen des Heimtrainers fast noch ein sachlicher Tatsachenbericht. Glücksschüsse? Erste Hälfte besser? Da fragt man sich doch, wie solche Einschätzungen zustande kommen. Bei Brauni kann man’s zumindest anhand der Bilder erahnen… 😉

  3. Sebastian sagt:

    super, weiter so!

    wobei der bericht echt krass ist… 😉

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